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Selbstheilung durch Reflexion und Achtsamkeit: Zurück zu dir selbst

Autorenbild: Katharina
Katharina
7. Sept.
4 Min. Lesezeit

Manchmal merken wir erst spät, wie weit wir uns von uns selbst entfernt haben. Der Alltag läuft weiter, die Gedanken kreisen, wir funktionieren – und irgendwo dazwischen verlieren wir den Kontakt zu dem, was wir eigentlich fühlen und brauchen.

Ich kenne dieses Gefühl. Gerade nach belastenden Erfahrungen oder in Zeiten, in denen Overthinking immer wieder die Kontrolle über die eigenen Gedanken übernimmt, kann es schwer sein, wieder Ruhe in sich selbst zu finden.

Selbstheilung durch Reflexion und Achtsamkeit bedeutet für mich nicht, dass Verletzungen plötzlich verschwinden oder dass wir alles allein schaffen müssen. Für mich bedeutet es, wieder hinzusehen. Mich selbst ernst zu nehmen. Meine Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen und Schritt für Schritt herauszufinden, was mir guttut und was nicht mehr zu meinem Leben gehören soll.



Warum Selbstheilung durch Reflexion und Achtsamkeit helfen kann


Selbstreflexion bedeutet für mich, ehrlich auf das eigene Erleben zu schauen. Nicht mit dem Gedanken: Was stimmt nicht mit mir? Sondern mit der Frage: Warum fühle ich gerade so – und was brauche ich eigentlich?

Achtsamkeit kann dabei helfen, nicht sofort auf jeden Gedanken zu reagieren. Gedanken dürfen da sein, ohne dass wir ihnen automatisch glauben müssen.

Gerade beim Overthinking habe ich gemerkt, wie wichtig dieser Unterschied ist. Ein Gedanke kann sich unglaublich real anfühlen und trotzdem nicht die ganze Wahrheit erzählen.

Wenn ich heute merke, dass meine Gedanken wieder anfangen zu kreisen, versuche ich deshalb nicht mehr, jeden einzelnen Gedanken bis zum Ende zu analysieren. Ich halte eher inne und frage mich: Was passiert gerade in mir?

Allein diese kleine Unterbrechung kann dabei helfen, etwas Abstand zum Gedankenkarussell zu bekommen.




Grashalm im warmen Sonnenlicht als Symbol für Ruhe und achtsame Selbstreflexion
Grashalm im warmen Sonnenlicht als Symbol für Ruhe und achtsame Selbstreflexion


Kleine Schritte für mehr Selbstreflexion im Alltag


Selbstreflexion braucht keine komplizierten Übungen. Oft sind es kleine Momente, die einen Unterschied machen.

Du kannst dir zum Beispiel einige Minuten Zeit nehmen und dich fragen:

  • Was fühle ich gerade?

  • Was beschäftigt mich wirklich?

  • Ist das, was ich gerade denke, eine Tatsache oder eine Befürchtung?

  • Was brauche ich in diesem Moment?

  • Wo überschreite ich vielleicht meine eigenen Grenzen?

  • Was würde mir jetzt guttun?

Mir hilft auch das Schreiben. Gedanken, die im Kopf riesig und unübersichtlich erscheinen, sehen auf Papier manchmal plötzlich ganz anders aus.

Man erkennt Zusammenhänge, wiederkehrende Muster oder auch Dinge, die man viel zu lange verdrängt hat.

Dabei geht es nicht darum, sofort für alles eine Lösung zu finden. Manchmal ist es bereits ein wichtiger Schritt, überhaupt zu erkennen, was in einem vorgeht.



Wenn man sich in einer Beziehung selbst verloren hat


Nach einer belastenden Beziehung kann Selbstreflexion noch einmal eine ganz andere Bedeutung bekommen.

Wer über längere Zeit manipuliert, abgewertet oder in den eigenen Wahrnehmungen verunsichert wurde, kann irgendwann anfangen, an sich selbst zu zweifeln. Die eigenen Bedürfnisse treten immer weiter in den Hintergrund und die Gedanken drehen sich zunehmend darum, was der andere denkt, fühlt oder als Nächstes tun könnte.

Irgendwann stellt man vielleicht fest: Ich weiß gar nicht mehr richtig, was ich selbst möchte.

Genau dort kann der Weg zurück beginnen.

Nicht beim anderen.

Bei dir.

Was möchtest du? Was tut dir gut? Was möchtest du nicht mehr akzeptieren? Wo liegen deine Grenzen?

Diese Fragen können unbequem sein. Aber sie können auch dabei helfen, die eigene Stimme wiederzufinden.



Achtsamkeit bei Overthinking


Overthinking lässt sich nicht einfach mit einem Schalter ausschalten.

Je stärker wir versuchen, einen Gedanken unbedingt loszuwerden, desto hartnäckiger kann er manchmal werden. Deshalb versuche ich heute eher, Gedanken wahrzunehmen, ohne jeden einzelnen weiterzudenken.

Ein Satz, der dabei helfen kann, ist:

„Das ist gerade ein Gedanke – nicht automatisch die Wahrheit.“

Danach kann man die Aufmerksamkeit bewusst wieder auf das richten, was tatsächlich gerade passiert: den eigenen Atem, Geräusche im Raum, einen Spaziergang oder eine Tätigkeit, die Konzentration verlangt.

Das Problem muss dadurch nicht verschwinden. Aber das Gedankenkarussell bekommt für einen Moment weniger Raum.



Heilung braucht keine Perfektion


Vielleicht ist das eine der wichtigsten Erkenntnisse: Heilung verläuft nicht geradeaus.

Es gibt gute Tage. Es gibt Tage, an denen alte Gedanken oder Gefühle wieder auftauchen. Und es kann Momente geben, in denen man glaubt, wieder ganz am Anfang zu stehen.

Das bedeutet nicht automatisch, dass alles, was man vorher geschafft hat, verschwunden ist.

Selbstheilung durch Reflexion und Achtsamkeit bedeutet für mich deshalb auch, geduldiger mit mir selbst zu werden.

Nicht jeden schlechten Tag als Rückschritt zu betrachten. Nicht perfekt sein zu müssen. Und mir selbst dieselbe Geduld entgegenzubringen, die ich einem Menschen geben würde, der mir wichtig ist.



Deinen eigenen Weg finden


Es gibt keinen einzigen richtigen Weg, mit belastenden Erfahrungen umzugehen.

Was einem Menschen hilft, muss für einen anderen nicht funktionieren. Selbstreflexion, Achtsamkeit und Schreiben können wertvolle Werkzeuge sein, ersetzen aber keine professionelle Unterstützung, wenn diese benötigt wird.

Für mich liegt ihre Stärke vor allem darin, wieder einen Zugang zu mir selbst zu bekommen.

Zu meinen Gedanken. Zu meinen Gefühlen. Zu meinen Bedürfnissen. Und zu meinen Grenzen.

Vielleicht beginnt Veränderung manchmal genau dort: nicht mit einer riesigen Entscheidung, sondern mit einem ruhigen Moment und der ehrlichen Frage:

„Wie geht es mir eigentlich wirklich?“

Und vielleicht musst du darauf heute noch keine perfekte Antwort haben.

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